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Eurobike 2026 – Braucht die Fahrradbranche heute noch eine Leitmesse? | HeckAntrieb

Eurobike 2026 – Braucht die Fahrradbranche heute überhaupt noch Messen?

Vor zwei Tagen war ich wieder auf der Eurobike in Frankfurt.

Und wie jedes Jahr stellt sich die gleiche Frage: Braucht die Fahrradbranche heute überhaupt noch eine große Messe?

Ich glaube: Ja. Aber aus völlig anderen Gründen als noch vor 30 Jahren.

Von Friedrichshafen nach Frankfurt – und eine völlig neue Welt

Meine erste Eurobike habe ich Anfang der 90er Jahre noch in Friedrichshafen am Bodensee besucht. Damals war die Welt eine andere.

Eine Messe war der Ort, an dem Händler erstmals die neuen Fahrräder sehen konnten. Hersteller präsentierten ihre Neuheiten, Kontakte wurden geknüpft und Bestellungen geschrieben. Es gab kein Internet, keine Händlerportale, keine Livestreams und keine eigenen Präsentationen der Marken.

Wer wissen wollte, was im nächsten Jahr auf den Markt kommt, musste zur Eurobike fahren.

Heute, mehr als drei Jahrzehnte später, hat sich das komplett verändert.

Hersteller präsentieren ihre Produkte über eigene Händlerveranstaltungen, Presse-Camps und exklusive Testevents. Bestellungen laufen über digitale Händlerportale und Produktinformationen stehen oft schon Monate vor einer Messe online zur Verfügung. Große Marken wie Specialized haben diesen Weg schon vor Jahren eingeschlagen, viele andere sind gefolgt.

Für uns Händler ist das oft sogar angenehmer. Man hat mehr Zeit, kann die Produkte direkt fahren und Gespräche finden in einer deutlich ruhigeren Atmosphäre statt.

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Also braucht es die Eurobike überhaupt noch?

Aus meiner Sicht: Ja.

Aber ihre Aufgabe hat sich verändert. Die Eurobike ist heute weniger eine klassische Ordermesse als vielmehr ein Treffpunkt der gesamten Fahrradbranche. Sie bringt Menschen zusammen.

Hersteller treffen Zulieferer. Medien treffen Hersteller. Influencer produzieren Inhalte. Händler informieren sich über Trends und Innovationen.

Gerade Unternehmen wie zum Beispiel Woom oder viele kleinere Marken nutzen die Messe, um sich mit asiatischen und europäischen Lieferanten auszutauschen und neue Entwicklungen kennenzulernen. Und genau darin liegt heute ihre größte Stärke.

Die Motoren stehen im Mittelpunkt

Was dieses Jahr besonders auffällt:

Die eigentlichen Stars der Messe sind längst nicht mehr die Fahrradhersteller. Es sind die Motorenhersteller.

Besonders beeindruckend war der Auftritt von Avinox und GoBao, deren riesige Messestände sich direkt gegenüberstanden. Wer den einen Stand fotografierte, hatte den anderen automatisch mit im Bild. Beide Unternehmen zeigten eindrucksvoll, wohin sich die Entwicklung bewegt.

Avinox präsentierte neben dem neuen M2s Motor erstmals auch eine Motor-Getriebe-Einheit, über deren Einsatzmöglichkeiten man derzeit noch wenig verrät. GoBao zeigte ebenfalls neue Antriebslösungen sowie ein Schnellladesystem mit beeindruckender Ladeleistung.

Es wird immer deutlicher, dass sich der Wettbewerb künftig nicht nur über Fahrräder entscheidet, sondern zunehmend über komplette Antriebssysteme.

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Die Branche wird vielfältiger

Parallel verändert sich auch die Messelandschaft.

Neben der Eurobike entstehen neue Veranstaltungen wie die angekündigte “towards tomorrow – European Bike Show”in Köln, nachdem sich der Zweirad-Industrieverband (ZIV) und weitere große Branchenpartner von der Eurobike getrennt haben. Gleichzeitig gewinnen Veranstaltungen wie Sea Otter Europe, die IAA Mobility oder zahlreiche Hersteller- und Presseevents weiter an Bedeutung.

Man könnte das als Problem sehen. Ich sehe es etwas anders. Jeder versucht heute, sein eigenes Zeitfenster für Aufmerksamkeit zu schaffen. Früher konzentrierte sich alles auf wenige große Termine. Heute verteilen sich Produktvorstellungen über das gesamte Jahr.

Das ist eigentlich nichts anderes als das, was wir täglich in den sozialen Medien erleben. Früher wartete man auf die Nachrichtensendung um 19:30 Uhr. Heute informieren wir uns über Reels, Shorts und kurze Beiträge, die den ganzen Tag über erscheinen.

Warum sollte das in der Fahrradbranche anders sein?

Mein persönliches Fazit

Ich habe die Eurobike genossen. Nicht, weil ich dort Fahrräder bestellen musste. Sondern weil ich Menschen getroffen habe.

Ich konnte mit Partnern wie Nicolai, Intend, TQ, Mahle und vielen anderen sprechen, neue Entwicklungen direkt ansehen und spannende Gespräche führen. Natürlich habe ich auch jede Menge Fotos und Videos gemacht, damit ich euch hier auf unserer Website und auf unseren Social-Media-Kanälen möglichst viele Eindrücke mitbringen kann.

Reicht dafür ein Tag? Aus meiner Sicht ganz klar: Ja. Mit den heute deutlich kompakteren Hallen und dem Außengelände lässt sich die Messe an einem Tag sehr gut erleben.

Und noch etwas nehme ich mit:

Ich freue mich jedes Mal, wieder nach Wien zurückzukommen. Frankfurt erfüllt seinen Zweck als Messestandort hervorragend, aber was Lebensqualität, Atmosphäre und Stadtbild betrifft, bin ich jedes Mal wieder froh, in Wien zuhause zu sein.

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Die Zukunft?

Ob die Eurobike in ihrer heutigen Form bestehen bleibt oder sich gemeinsam mit der Branche weiterentwickelt, wird sich zeigen. Ich hoffe jedenfalls, dass wir auch künftig einen Ort haben, an dem sich die internationale Fahrradwelt persönlich trifft. Denn so digital unsere Branche inzwischen geworden ist:

Ein gutes Gespräch, ein Handschlag und ein gemeinsamer Blick auf ein spannendes neues Produkt lassen sich bis heute nicht digital ersetzen.

Und genau deshalb werde ich wahrscheinlich auch nächstes Jahr wieder dort sein.

Natürlich mit vielen neuen Eindrücken – und hoffentlich wieder mit einigen spannenden Neuheiten, die ich euch anschließend bei HeckAntrieb vorstellen darf.

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